
Lagertha: Geschichte und Legende der Schildmaid
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Mehr als tausend Jahre später hallt der Name Lagertha noch immer wie ein Kriegsruf nach. Erste Ehefrau Ragnar Lothbroks, Kriegerin mit dem runden Schild und der Sage nach Königin von Norwegen: Ihr Schatten liegt seit nahezu 1200 Jahren über der nordischen Vorstellungswelt. Und doch berichtet nur eine einzige antike Quelle von ihr, und ihre Existenz bleibt ein historisches Rätsel. Auf dieser Reise zwischen Sage und Wirklichkeit lernen Sie die wahre Lagertha kennen: die Schildmaid, die Königin, die Wölfin. Eine Gestalt, in der heute viele Frauen, die der nordischen Mythologie zugetan sind, einen Spiegel der eigenen Kraft erkennen.
Das Wesentliche im Überblick
- Lagertha wird ausschließlich von Saxo Grammaticus im Gesta Danorum (um 1200) erwähnt.
- Sie wird als Schildmaid, erste Ehefrau Ragnar Lothbroks und Königin von Norwegen beschrieben.
- Die Archäologie von Birka (2017) bestätigt die reale Existenz wikingischer Kriegerinnen.
- In der nordischen Überlieferung ist ihr Krafttier die Wölfin, Sinnbild urmütterlicher Stärke.
- Die Serie Vikings (2013-2020) hat sie zu einer feministischen Ikone der Gegenwart gemacht.
Die Ursprünge Lagerthas: Saxo Grammaticus und das Gesta Danorum
Lagertha taucht nur in einer einzigen antiken Quelle auf, dem Gesta Danorum, das der dänische Mönch Saxo Grammaticus um 1200 verfasste. In diesem grundlegenden Werk der dänischen Geschichte fasst er die alten skandinavischen Überlieferungen in lateinischer Sprache zusammen. Lagertha erscheint im neunten Buch, eingebettet in die Sage von Ragnar Lothbrok.
Ihr altnordischer Name Hladgerdr setzt sich aus zwei sprechenden Wurzeln zusammen: Hlad (Kopfschmuck, Zierde) und gerdr (geschützter Bezirk). Schutz ist somit von der ersten sagenhaften Namensgebung an in ihre Identität eingeschrieben.
| Quelle | Datierung | Art | Historische Verlässlichkeit |
|---|---|---|---|
| Gesta Danorum (Saxo Grammaticus) | um 1200 | Lateinische Chronik | Einzige Quelle, rund 300 Jahre nach der angenommenen Wikingerzeit verfasst |
| Isländische Sagas | 12. bis 13. Jahrhundert | Literarische Erzählungen | Lagertha kommt darin nicht vor |
| Mythologie um Thorgerd | vor 1200 | Mündliche Überlieferung | Hypothese: Lagertha könnte ein Nachklang dieser nordischen Göttin sein |
| Fund von Birka (Bj 581) | 2017 | Archäologie und DNA | Bestätigt die reale Existenz wikingischer Kriegerinnen |
| Karolingische Chroniken | 9. Jahrhundert | Annalen | Keine direkte Erwähnung Lagerthas |
Mehrere zeitgenössische Historikerinnen und Historiker, darunter Judith Jesch, gehen davon aus, dass Saxo diese Gestalt ausgeschmückt oder sogar erfunden hat, um die Sage um Ragnar zu stützen. Andere sehen in ihr eine mögliche Verbindung zu Thorgerd, der Kriegsgöttin der nordischen Mythologie. In keiner bekannten isländischen Saga findet sich Lagertha, was sie genau an die Grenze zwischen Mythos und Geschichte rückt.
Die Schildmaid, Archetyp der wikingischen Kriegerin
Lagertha verkörpert die Gestalt der Schildmaid, jener Kriegerinnen, die in der nordischen Welt Seite an Seite mit den Männern fochten. Das altnordische Wort skjaldmær bedeutet wörtlich "Jungfrau mit dem Schild" und bezeichnet die Frau, die aus eigenem Entschluss, aus Rache oder aus Pflicht zu den Waffen greift.
Die Schildmaid lässt sich in Sagas und Chroniken an wiederkehrenden Zügen erkennen:
- Vollständige Kampfausrüstung: runder Holzschild mit Eisenbeschlag, einhändige Axt oder Langschwert, Kettenhemd.
- Eng geflochtene Kampfzöpfe, damit das Sichtfeld frei bleibt, mitunter mit Perlen oder Knochenstücken durchsetzt.
- Anerkannter sozialer Rang, mitunter gleichwertig oder höher als der adliger Männer.
- Mögliche wirtschaftliche Eigenständigkeit, insbesondere über Erbe oder Witwenstand.
- Spirituelle Verankerung in Gestalten wie den Walküren oder der Göttin Freyja.
Die Suchanfrage lagertha shield maiden taucht bei Begeisterten regelmäßig auf: Sie spiegelt den Wunsch wider zu verstehen, wie eine Frau dieses kriegerische Leben tatsächlich führen konnte. Lagertha ist dafür die bekannteste Verkörperung dank Saxos Bericht, der sie schildert, wie sie an der Spitze der Truppen vorprescht, das Haar offen im Wind.
Begegnung mit Ragnar Lothbrok und legendäre Schlachten
Dem Gesta Danorum zufolge entdeckt Ragnar Lothbrok Lagertha in Norwegen, während sie für die Rache an ihrem Volk kämpft. Der skandinavische König, beeindruckt von ihrem Mut, hält um ihre Hand an. Doch Lagertha ist keine Frau, die sich ohne Bewährungsprobe gewinnen lässt.
Die Sage folgt einem klaren Faden:
- Ragnar landet in Norwegen, um einen Volksaufstand gegen einen Tyrannen zu unterstützen.
- Er wird Zeuge einer Schlacht, in der Lagertha mit offenen Haaren unter den befreiten Frauen ficht.
- Hingerissen von ihrer Tapferkeit, hält er um sie an, doch Lagertha stellt ihre eigenen Bedingungen.
- Um sie zu erringen, muss Ragnar einen Bären und einen wilden Hund bezwingen, die sie vor ihrem Haus aufgestellt hat.
- Siegreich nimmt Ragnar Lagertha zur Frau. Aus dieser Verbindung gehen drei Kinder hervor: Fridleif und zwei Töchter.
Anschließend kämpft das Paar Seite an Seite, unter anderem gegen den schwedischen König Frode. Doch die Verbindung hält nicht. Ragnar verstößt sie, um Thora zu heiraten, die Tochter des Königs von Gotland. Lagertha kehrt mit unversehrtem Stolz nach Norwegen zurück, das Schwert weiterhin an der Wand. Sie nährt sich an dieser Prüfung, so wie die Wölfin ihre Welpen im tiefen Winter nährt. Wer diesen Atem im Alltag tragen möchte, findet in den Wolf-Anhängern und Wolf-Armbändern der nordischen TDL-Kollektion eine Fortführung dieser kriegerischen Sinnbildkraft.
Lagertha als Königin und Anführerin: weibliche Führung im nordischen Raum
Nach ihrer Scheidung heiratet Lagertha einen norwegischen Adligen und besteigt einen zweitrangigen Thron; damit zählt sie zu den wenigen Gestalten weiblicher Souveränität, die in der mittelalterlichen skandinavischen Literatur belegt sind. Eine solche Stellung ist für die Zeit eine echte Ausnahme.
Als Ragnar Jahre später in Dänemark einen inneren Aufruhr durchstehen muss, ruft er seine frühere Gemahlin zu Hilfe. Lagertha folgt dem Ruf laut Saxo mit 120 Schiffen, einer beachtlichen Flotte. Sie kämpft in vorderster Reihe, trägt ihren Teil zum Sieg bei und kehrt anschließend nach Norwegen zurück. Dann nimmt die Erzählung eine radikale Wendung: Lagertha tötet ihren neuen Ehemann im Schlaf und herrscht fortan allein über ihr Gebiet.
Eine so schroffe Eigenständigkeit ist in mittelalterlichen Texten selten. Sie zeichnet Lagertha als vollständige Kriegerkönigin aus: eigenständig, entscheidungsbefugt, frei von männlicher Vormundschaft. Die Suchanfrage lagertha königin spiegelt genau jenes Bild weiblicher Souveränität wider, das die heutige Popkultur mit voller Wucht aufgegriffen hat.
Mythos oder Wirklichkeit: was die Wikingerarchäologie sagt
Die historische Existenz Lagerthas bleibt unbeweisbar, doch die Archäologie hat bestätigt, dass es wikingische Kriegerinnen tatsächlich gegeben hat. Der Fund von Birka in Schweden im Jahr 2017 hat die traditionelle Lesart wikingischer Gräber gründlich erschüttert.
| Kriterium | Traditionelle Lesart (vor 2017) | Überarbeitete Lesart (nach Birka) |
|---|---|---|
| Grab Bj 581 von Birka | Männlicher Krieger von hohem Rang | Per DNA bestätigte weibliche Kriegerin |
| Ausstattung des Grabes | Schwert, Axt, Speere, Pfeile, 2 Pferde | Identische Ausstattung, nun einer Frau zugeordnet |
| Beigegebenes Strategiespiel | Zeichen einer Heerführung | Belegt eine Rolle als Taktikerin |
| Existenz der Schildmaiden | Nur literarisch und mythologisch | Durch materiellen Beleg gestützt |
| Sozialer Rang der Kriegerinnen | Randständig | Innerhalb der Elite denkbar |
Die im American Journal of Physical Anthropology 2017 veröffentlichte DNA-Analyse hat bestätigt, dass die im Grab Bj 581 bestattete Person genetisch eine Frau war, beigesetzt mit der vollständigen Ausrüstung einer Heerführerin. Dieser Fund beweist nicht die Existenz Lagerthas selbst, er bestätigt aber die soziale Kategorie, die sie im Mythos verkörpert. Saxo Grammaticus hat sich seine Geschichten nicht aus dem Nichts ausgedacht: Die wikingische Kriegerin war eine reale, wenn auch seltene Möglichkeit. Judith Jesch fügt allerdings eine wichtige Nuance hinzu: Schildmaid war kein verbreiteter Stand, sondern eine bemerkenswerte Ausnahme, die das Bewusstsein mehrerer Generationen geprägt hat.
Lagerthas Krafttier: die Wölfin als urmütterliche Stärke
In der nordischen Überlieferung verkörpert die Wölfin schützende Kraft, das Rudel und einen unerbittlichen Mutterinstinkt, was sie zum natürlichen Krafttier Lagerthas macht. Der Wolf nimmt in der wikingischen Kosmologie einen zentralen Platz ein, von Odins beiden treuen Gefährten Geri und Freki bis zum kosmischen Wolf Fenrir, der die Welt beim Ragnarök zerreißen wird.
Die Symbolik der Wölfin im nordischen Pantheon:
- Geri und Freki, Odins beide Wölfe, stehen für kriegerische Treue und für die Gier des Kämpfers.
- Fenrir, der Sohn Lokis, verkörpert ungezähmte Gewalt und das unausweichliche Schicksal.
- Skoll und Hati, die beiden Himmelswölfe, jagen Sonne und Mond in alle Ewigkeit.
- Die Wölfin selbst wird mit beschützender Mutterschaft und dem Zusammenhalt des Rudels verbunden.
- Der weiße Wolf steht in bestimmten samischen Überlieferungen für schamanische Hellsicht.
Lagertha vereint diese Züge wie eine Wölfin an der Spitze ihres Rudels: Schutz der Ihren, Schärfe gegen den Feind, leise Führung, Treue zum Klan. So tragen Sie dieses Krafttier im Alltag und halten den Lagertha-Bogen lebendig:
- Wählen Sie einen Wölfin-Anhänger aus gealtertem Silber, niemals aus glänzender Beschichtung.
- Bevorzugen Sie Rudel-Motive (zwei einander zugewandte Wölfe, Wölfinnen-Kopf mit Mond) statt einsamer heulender Wölfe.
- Kombinieren Sie das Stück mit einer Rune aus dem Norden (Algiz für Schutz, Uruz für rohe Kraft), um die spirituelle Bedeutung zu vertiefen.
- Meiden Sie Imitate aus billiger Legierung, die binnen weniger Wochen anlaufen.
- Prüfen Sie den Durchmesser des Anhängers (2,5 bis 4 cm sind ideal, damit er sichtbar bleibt, ohne den Halsausschnitt zu erdrücken).
Wer dieses Krafttier über ein einzelnes Schmuckstück hinaus verkörpern möchte, findet in der Kollektion Wolf-Ringe und in den Wolf-Schmuckstücken von TDL den Geist der Schildmaid in alltäglicher Form. Die Wolf-Sweatshirts bieten eine textile Variante für all jene, die die Wölfin ohne sichtbares Schmuckstück tragen wollen.
Lagerthas Erbe: von der Serie Vikings zur feministischen Ikone
Die zwischen 2013 und 2020 auf History Channel ausgestrahlte Serie Vikings hat Lagertha dank der Darstellung von Katheryn Winnick zur weltweiten feministischen Ikone gemacht. Die kanadische Schauspielerin, Schwarzgurt im Karate-Stil Chito-Ryu, verlieh der Kriegerin eine körperliche Glaubwürdigkeit, die das Publikum nachhaltig geprägt hat.
Die heutige Wirkung Lagerthas stützt sich auf drei Hebel:
- Eigenständigkeit und Führung: Sie entscheidet, sie befiehlt, sie regiert ohne Vormundschaft.
- Körperlicher und moralischer Mut: Sie greift zu den Waffen, ebenso zu den unbequemen Entscheidungen.
- Kämpfende Mutterschaft: Sie schützt ihre Kinder und führt zugleich Krieg, ohne Macht und Zärtlichkeit gegeneinander auszuspielen.
Die Cosplay- und Tattoo-Szenen haben sich diese Gestalt zu eigen gemacht. Die Suchanfrage lagertha tattoo gehört in den Wikinger-Foren zu den meistgeteilten. Um dieses Erbe im Alltag zu tragen, führen die Wolf-T-Shirts und die Kollektion Wolf-Tattoos den Atem der Schildmaid in zugänglicheren Codes weiter. Über die Popkultur hinaus verkörpert Lagertha heute einen Archetypus, den die jungianische Psychologie als Kriegerin-Mutter bezeichnen würde: eine seltene Gestalt, mehr innerlich als medial, die jene Frauen anspricht, die nach eigener Souveränität suchen.
Häufige Fragen zu Lagertha
Hat Lagertha wirklich existiert?
Ihre historische Existenz ist nicht belegt. Lagertha taucht ausschließlich im Gesta Danorum von Saxo Grammaticus (um 1200) auf, einer einzigen Quelle, die mehr als drei Jahrhunderte nach der angenommenen Wikingerzeit entstanden ist. Zeitgenössische Historikerinnen und Historiker halten sie für eine halbsagenhafte Gestalt, möglicherweise inspiriert von mehreren realen Kriegerinnen oder einem mythologischen Nachklang der Göttin Thorgerd.
Welche Rolle spielte Lagertha im Leben Ragnar Lothbroks?
Saxo Grammaticus zufolge war Lagertha die erste Ehefrau Ragnar Lothbroks, des sagenhaften dänischen Königs. Aus der Verbindung gingen ein Sohn namens Fridleif und zwei Töchter hervor. Die Ehe endete in einer Scheidung, als Ragnar sie verstieß, um Thora zu heiraten. Lagertha behielt dennoch ihre Macht in Norwegen und kämpfte später, während eines erneuten Aufstands, an der Seite ihres früheren Gemahls.
Warum kommt Lagertha in den nordischen Sagas nicht vor?
Die klassischen isländischen Sagas (Heimskringla, Isländersagas) erwähnen sie nicht. Dieses Schweigen stützt den Gedanken, dass es sich um eine literarische Schöpfung Saxo Grammaticus' handelt oder um eine Gestalt, die stark in der dänischen Überlieferung verankert ist und kaum in der gesamten nordischen Welt. Die Sagas richten ihren Blick vor allem auf die männlichen Gründungsgestalten und auf die isländischen Geschlechterlinien.
Warum gilt Lagertha als feministisches Symbol?
Lagertha vereint Attribute, die für eine mittelalterliche Frauenfigur ungewöhnlich sind: Krieg, Eigenständigkeit, Königswürde, Rache, Mutterschaft. Sie bestimmt selbst über ihr Liebes-, Kriegs- und Machtschicksal. Die Serie Vikings hat diese Züge verstärkt und sie zur heutigen Ikone weiblicher Souveränität gemacht. Ihr Name kursiert nun in spirituell-feministischen Kreisen und in den Gemeinschaften, die sich an archetypischen Kriegerin-Mutter-Gestalten orientieren.
Welches Krafttier wird Lagertha zugeordnet?
In der symbolischen Lesart des Nordens ist Lagerthas Krafttier die Wölfin. Sie verkörpert urmütterliche Stärke, den Zusammenhalt des Rudels, den unbedingten Schutz der Ihren und territoriale Eigenständigkeit. Der Wolf steht im Zentrum der wikingischen Mythologie, von Odins Gefährten Geri und Freki bis zum kosmischen Wolf Fenrir. Ein Wölfin-Schmuckstück zu tragen, sei es Anhänger oder Ring, ist ein verwurzelter Weg, dieses Krafttier im Alltag lebendig zu halten.




